Seelenpartner – Karma in Partnerschaften
In der westlichen Esoterik, die ja viele Elemente des Buddhismus, aber auch des Hinduismus übernommen hat, wird der Begriff des Karmas gerne und häufig verwendet. Auch in Bezug auf Liebe und oder Partnerschaften ist in der Esoterikszene der Begriff des „Seelenpartners“ oder der „Dualseele“ sehr beliebt.
Viele Menschen haben äußerst romantische Vorstellungen von einer solchen Seelenpartnerschaft und sind der Meinung, das sie
unbedingt diese eine „Partnerseele“ finden müssen, um glücklich zu werden. Im Bereich der esoterischen Beratungen haben sich viele Anbieter daher auf das Auffinden der Seelenpartner spezialisiert.
Im hinduistischen bzw, buddhistischen Kontext sieht die ganze Sache etwas anders aus und ist vor allem deutlich weniger romantisch gefärbt. Ausgehend von der Karmalehre sind beide Religionen der Ansicht, dass jeder Mensch in jeder seiner vielen Wiedergeburten Aufgaben zu erfüllen hat. Diese Aufgaben muss er nicht alleine erledigen, sondern hat Partner, die bei der Realisierung der Aufgaben über viele Leben hin mit ihm „zusammenarbeiten“. Dies kann die Liebe oder Ehe ebenso betreffen wie geschäftliche Verbindungen oder familiäre Konstellationen. Aber es sind auch unangenehme Beziehungen möglich. Z. B. karmische Verbindungen zwischen Täter und Opfer.
In der modernen Esoterik, so wie sie derzeit in Europa und den USA praktiziert wird, kommen also wesentliche Begriffe des Hinduismus und des Buddhismus vor, werden aber teilweise relativ stark verfremdet und aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang heraus gerissen. Der populäre Begriff der „Seelenpartnerschaft“ ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Während die traditionellen Religionen über diesen Begriff anspruchsvolle Lebensaufgaben definieren, wird er im Westen teilweise sehr verfremdet eingesetzt.